"Das Verschwinden des Josef Mengele" im guckloch-Kino

29.07.2026
20:15 - 23:00
Kulturzentrum Scheuer, VS-Villingen
Kalkofenstraße 3
Ticket
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78050
Villingen-Schwenningen

Über die Veranstaltung

 Die Geschichte des berüchtigten Nazi-Arztes Josef Mengele während seiner Fluchtjahre von Paraguay in den brasilianischen Dschungel, erzählt in einem französisch-deutschen Spielfilm von Kirill Serebrennikov. August Diehl erhielt für seine Darstellung der Hauptrolle den Deutschen Filmpreis 2026 .
 Im Sommer 1956 reist der berüchtigte Kriegsverbrecher, der KZ-Arzt von Auschwitz, Josef Mengele zu einer Familienfeier ins schwäbische Günzburg, seine Heimatstadt. Er reist mit einem Reisepass der Bundesrepublik Deutschland, ausgestellt auf seinen wahren Namen von der deutschen Botschaft in Buenos Aires. Der Film von Kirill Serebrennikov beginnt mit seiner Ankunft am Stuttgarter Flughafen. Völlig unbehelligt kehrt er einige Wochen später zurück nach Argentinien, wo 1958 die Hochzeit mit seiner zweiten Ehefrau stattfindet. Die Hochzeitsgäste tragen Nazi-Uniformen und -Orden, die Torte ist mit Hakenkreuzflaggen dekoriert.
 
 Doch dieser Flim ist kein Biopic über eine Nazigröße. Auch wenn Serebrennikov und sein Autor Olivier Guez (der aus seinem Roman das Drehbuch entwickelt hat) keinen Zweifel an der Psyche und inneren Verfasstheit ihres Protagonisten aufkommen lassen. Der Film springt im Wesentlichen immer wieder zwischen zwei Zeitebenen: 1956 bis ca. 1962 und 1977. Nach der Entführung Adolf Eichmanns durch den israelischen Geheimdienst fürchtet auch Mengele ein ähnliches Schicksal und taucht in Brasilien unter. Hier wird er 1977 von seinem knapp 20jährigen Sohn besucht, welcher nach Antworten verlangt. Doch eine Verständigung ist nicht mehr möglich. Der inzwischen verarmte Mengele ist immer noch voller Hass, hält sich für einen Angehörigen der „Herrenrasse“. Für seinen langhaarigen Sohn aus Deutschland hat er nur Verachtung übrig, von den Verhältnissen im Deutschland der 70er Jahre hat er keine Ahnung mehr.

 Kirill Serebren­nikov war bereits in Russland ein gefeierter Theaterregisseur als er 2020 zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. 2022 konnte er flüchten und lebt seither in Hamburg. Seither arbeitet er sehr erfolgreich als Opernregisseur, dreht aber auch immer wieder Filme. Deren opernhafte Bildgewalt gilt inzwischen als sein Markenzeichen.
 
 

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